Epidemiologische Lagebeurteilung
Epidemiologische Lagebeurteilung, 4. Januar 2021
Allgemeine Situation
- 0,89 (95% Unsicherheitsintervall, UI: 0,87-0,9) aufgrund der bestätigten Fälle (per 25.12.2020)
- 0,88 (95% UI: 0,78-0,97) aufgrund der Hospitalisationen (per 20.12.2020)
- 0,85 (95% UI: 0,73-0,97) aufgrund der Todesfälle (per 14.12.2020)
Aufgrund von Meldeverzögerungen, der hohen Testpositivität, einer variierenden Anzahl Tests und der Feiertage müssen die einzelnen Schätzwerte von Re mit Vorsicht interpretiert werden. Die Analyse wird gestützt durch die beobachteten Verdopplungs- bzw. Halbwertszeiten der bestätigten Fälle und Hospitalisationen über die letzten 14 Tage.2 Die Anzahl der COVID-19-Patienten auf Intensivstationen (421-463)3 und der täglichen Todesfälle (50-91)4 bleiben über die letzten 14 Tage auf hohem Niveau relativ stabil. Die kumulierte Anzahl der bestätigten Fälle über die letzten 14 Tage liegt bei 550 pro 100’000 Einwohner.
Seit dem 1. Oktober 2020 weist das Bundesamt für Gesundheit 5’450 laborbestätigte Todesfälle aus.5 Die Kantone meldeten in dieser Zeit 5’981 Todesfälle.6 Die Sterblichkeitsstatistik vom Bundesamt für Statistik weist über die letzten 9 gemeldeten Wochen eine deutliche Übersterblichkeit in der Altersgruppe 65 Jahre und älter auf.7 Diese Übersterblichkeit zeigt sich in allen Grossregionen der Schweiz mit Ausnahme der Région lémanique.8
Regionale Unterschiede
Beurteilung
Die kumulierte Anzahl der täglich bestätigten Fälle über die letzten 14 Tage liegt in allen Kantonen deutlich über der Schwelle von 60 pro 100’000 Einwohner. Die Testpositivität ist deutlich über dem von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Schwellenwert von 5%. Die aktuelle Belastung für das Gesundheitssystem und die Zahl der täglichen Todesfälle ist in vielen Kantonen nach wie vor sehr hoch. Falls der Wintersport und die Festtage zu vermehrten Ansteckungen geführt haben, wird sich dies in einem Anstieg der bestätigten Fälle im Verlauf vom Januar niederschlagen. Zudem besteht das Risiko, dass eine Ausbreitung der bereits in der Schweiz nachgewiesenen neuen Variante von SARS-CoV-2 mit einer wahrscheinlich erhöhten Übertragung innerhalb der nächsten Wochen zu einem Anstieg der Epidemie und einer noch stärkeren Belastung des Gesundheitssystems führen wird.12
Hinweise:
[1] https://sciencetaskforce.ch/reproduktionszahl/ und https://ibz-shiny.ethz.ch/covid-19-re-international/: Die Schätzungen von Re über die letzten Tage können leichten Schwankungen unterliegen. Diese Schwankungen treten insbesondere in kleinen Regionen, bei sich ändernder Dynamik und bei niederen Fallzahlen auf. Aufgrund der verwendeten Methodik kann die tatsächliche Unsicherheit um die Schätzwerte nicht immer vollständig dargestellt werden.
[2] https://ibz-shiny.ethz.ch/covidDashboard/trends: Aufgrund von Melderverzögerungen werden die letzten 3 respektive 5 Tage für bestätigte Fälle und Hospitalisationen/Todesfälle nicht berücksichtigt.
[4] https://www.covid19.admin.ch
[5] https://www.covid19.admin.ch
[6] https://github.com/openZH/covid_19 und https://github.com/daenuprobst/covid19-cases-switzerland
[8] https://www.experimental.bfs.admin.ch/expstat/de/home/innovative-methoden/momo.html
[9] https://sciencetaskforce.ch/beurteilung-der-lage-13-november-2020
[10] https://ibz-shiny.ethz.ch/covidDashboard/tables
[11] https://sciencetaskforce.ch/reproduktionszahl/ und https://ibz-shiny.ethz.ch/covid-19-re-international/
Frühere Auswertungen: