2. Februar 2021

 – Policy Brief

Richtlinien für die Diagnose und Behandlung des Pädiatrischen Inflammatorischen Multisystem Syndroms (PIMS-TS)

Dieser Text ist eine Zusammenfassung des originalen
Policy Brief auf Englisch
Während der COVID-19-Pandemie ist bei Kindern vermehrt ein neuartiges Krankheitsbild aufgetreten, das sogenannte PIMS-TS, das häufig eine Überweisung auf die Intensivstation bedingt. Nationale Richtlinien für seine Diagnose und Therapie wurden erarbeitet und liegen nun vor.

Zusammenfassung

Bei Kindern treten schwere Fälle von COVID-19 extrem selten auf und die meisten Infektionen verlaufen asymptomatisch. Nun wird jedoch eine neue, seltene Erkrankung mit potenziell schwerem Verlauf beobachtet: das Pädiatrische Inflammatorische Multisystem Syndrom (PIMS-TS), das zeitlich mit COVID-19 assoziiert ist. Die ersten Fälle von PIMS in der Schweiz wurden im späten Frühjahr 2020 behandelt, und die Zahl der Fälle stieg Ende 2020 an. Insgesamt wurden mehr als 60 Kinder mit PIMS behandelt, was oft mit einer Einweisung auf die pädiatrische Intensivstation verbunden war. Obwohl es sich um eine relativ seltene Krankheit handelt, erwarten wir angesichts des aktuellen Stands der Epidemie eine weitere Zunahme der Fälle.

PIMS ist vermutlich auf einen multifaktoriellen Prozess zurückzuführen. Dieser hängt mit einer Überreaktion des Immunsystems auf virale Proteine zusammen, die nach einer CoV-2-SARS-Infektion im Körper verbleiben. Typischerweise kommt es einige Wochen nach einer asymptomatischen Infektion zu einer fieberhaften Erkrankung, die oft von gastrointestinalen Symptomen, Ausschlägen oder einer Bindehautentzündung begleitet wird. Viele Kinder leiden unter Symptomen – Herzfunktionsstörung und Vasoplegie – die auf einen toxischen Schock hinweisen. Häufig ist eine Intensivtherapie erforderlich und führt – trotz der Schwere der Erkrankung – meist zur vollständigen Genesung (die Langzeitfolgen der Behandlung sind weniger gut bekannt).

Nun hat ein Expertenteam unter Berücksichtigung der im Ausland gemachten Erfahrungen nationale Empfehlungen erarbeitet. Diese Richtlinien wurden am 30. Dezember 2020 publiziert und werden insbesondere von Pädiatrie Schweiz und von der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) unterstützt. Sie enthalten 24 Empfehlungen zur Diagnose und Therapie von PIMS-TS. Wir unterstützen namentlich die Empfehlung, Kinder mit PIMS-TS in klinische Studien aufzunehmen, um verlässliche Daten zu den besten Therapiemöglichkeiten sammeln zu können.

Date of request:
Date of response: 22/01/2021

Experts involved: Luregn Schlapbach and Christoph Berger for the PIMS-TS working group of the Interest Group for Pediatric and Neonatal Intensive Care (IGPNI) of the Swiss Society of Intensive Care and the Pediatric Infectious Diseases Group Switzerland (PIGS)

Contact persons:

ncs – Task Force contact: Nicolas Müller

Main authors: Luregn Schlapbach, Head Pediatric Intensive Care Unit, University Children`s Hospital Zurich; phone 044 266 37 90; email: luregn.schlapbach@Kispi.uzh.ch (Lead PIMS-TS Working Group), Christoph Berger, Head Pediatric Infectious Diseases, University Children`s Hospital Zurich; phone 044 266 71 11; email: christoph.berger@Kispi.uzh.ch.