4. Februar 2021

 – Policy Brief

Überlegungen zu einem FFP2-Masken-Obligatorium für die Bevölkerung

Dieser Text ist eine Zusammenfassung des originalen
Policy Brief auf Englisch

Zusammenfassung

Wir bewerten die Vor- und Nachteile einer Verpflichtung der Bevölkerung zum Tragen von FFP2-Atemschutzmasken.

FFP2-Masken (oder gleichwertige, z. B. N95 oder KN95) sind Hochleistungs-Atemschutzmasken, die in erster Linie für Arbeitsnehmende bestimmt sind. Bei korrekter Anwendung übertrifft ihre Wirksamkeit in der Regel die von getesteten chirurgischen oder Community-Masken und zwar sowohl in Bezug auf den Schutz der Maskentragenden selber als, sofern sie nicht mit einem Ventil ausgestattet sind, auch der Personen in deren Umgebung. Der Tragekomfort ist bei FFP2-Masken jedoch niedriger und es ist schwieriger, sie korrekt zu verwenden. Die Schwierigkeiten bestehen insbesondere darin, die Maske an die Gesichtsform anzupassen, und das passende Modell für die tragende Person zu finden. Zudem wird es nicht einfach sein, die Bereitschaft zum Tragen einer Maske während einer noch nicht vorhersehbaren Zeitspanne aufrechtzuerhalten. Zu beachten sind ausserdem mögliche Gesundheitsrisiken. Und schliesslich häufen sich die Belege für die schützende Wirkung von chirurgischen Masken.

In Übereinstimmung mit der Stellungnahme der Deutsches Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) und der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) stellen wir den Nutzen einer FFP2-Maskenfplicht für die breite Bevölkerung in Alltagssituationen, wie beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Frage. Hingegen unterstützen wir die Einhaltung der bisher empfohlenen Massnahmen zur Verhinderung der Virusübertragung und betonen die Dringlichkeit, diese strikte zu befolgen.

Obige Erwägungen beziehen sich einerseits darauf, wie pertinent eine Verpflichtung der Bevölkerung zum Tragen von FFP2-Masken oder gleichwertiger Masken in Alltagssituationen ist. Sie betonen gleichzeitig aber auch die Wichtigkeit, die aktuellen von Swissnoso veröffentlichten Empfehlungen einzuhalten. Diese sprechen sich für die Verwendung einer persönlichen Schutzausrüstung einschliesslich chirurgischer Masken aus, und zwar, ausser bei aerosolerzeugenden Verfahren, auch in der Akutversorgung.

 Type of document: suggestion and recommendation paper  

In response to request from: BAG

Date of request:
Date of response:  19/01/2021

Experts involved: Infection Prevention and Control; S. Tschudin Sutter, G. Richner, D. Jordi, P. Wick, R. Rossi, A. Mortensen, W. Zingg, D. Decourten, J-R. Delaloye

Consultation with the members of Swissnoso regarding the statement on acute care settings

Contact persons: Sarah Tschudin Sutter, Daniel Jordi